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Mar 26

/ nic.at News - 26.03.2020 12:23
Internet Governance: „Die ICANN hat noch nicht alle Lösungen“

Der ICANN-Vorsitzende Maarten Botterman gab in seinem Auftritt beim Domain pulse Einblicke in seine Vision für die Verwaltung des Internets in der Zukunft und die Arbeit der ICANN in diesem Zusammenhang. Im Anschluss nahm er zudem an einer Panel Diskussion mit der sogannten „Next Generation“ rund um Matthias Hudobnik, Liliane Leißer und Elisabeth Schauermann teil.

Botterman ging zunächst auf die enormen weltweiten Unterschiede in Bezug auf Themen wie Datenschutz ein: "Hier gibt es große Differenzen, die über die ICANN hinausgehen, aber die ICANN selbstverständlich beeinflussen. In Afrika zum Beispiel liegt der Schwerpunkt in erster Linie auf der Herstellung der Vernetzung selbst. In Indien steht die Bekämpfung der Armut im Vordergrund.“ Auch in Hinblick auf Europa und Amerika gäbe es signifikante Unterschiede. „Hier gibt es zwei Elemente, die sich in Bezug auf den Datenschutz ganz unterschiedlich darstellen. In den USA ist die Privatsphäre ein wirtschaftliches Recht, das gehandelt werden kann aber in Europa wird sie als ein Menschenrecht angesehen, ist also nicht handelbar. Daher versucht man nun, ein Gleichgewicht zu finden.“

Viele Menschen hätten einen größeren digitalen Fußabdruck, als ihnen bewusst sei, etwa durch sozialen Medien, das Bankwesen, Kreditkarten und Ähnlichem. „Wenn man das alles zusammennimmt, entsteht ein sehr umfassendes Bild, das den Missbrauch ermöglicht. Und es ist wichtig, dass dies angesprochen wird.“ Selbstverständlich arbeite die ICANN diesbezüglich bereits an Lösungen, die jedoch momentan noch nicht alle gefunden wärem.

Auch der Datenschutz stellte ein großes Thema in Bottermans Vortrag dar. "Die derzeit so viel diskutierten Datenschutzbestimmungen unterscheiden sich nicht allzu stark von der Zeit vor der GDPR, aber sie werden heute deutlich stärker durchgesetzt und haben einen stärkeren Fokus. Deshalb denke ich, dass wir das Richtige tun, wenn wir diese Fragen bewusst angehen.“ Das sei jener Teil des Datenschutzes, in dem die USA und die EU versuchen würden, einen gemeinsam einen Weg zu finden. "Ich denke, wenn Sie beide Themen für sich, aber auch auf globaler Ebene betrachten, werden Sie feststellen, dass der auf europäischen Prinzipien basierende Ansatz in vielerlei Hinsicht eine Mitte zwischen dem eher marktorientierten amerikanischen Ansatz und dem der asiatischen Staaten darstellt. Das ist natürlich eine zu starke Vereinfachung.“ Ein Unterschied, der sich Botterman zufolge auch auf die Domain-Industrie ausgewirkt habe.


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