Stopline 2025: Kein illegaler Content bei österreichischen Providern
/ nic.at News - 17.05.2026 14:50
Stopline 2025: Kein illegaler Content bei österreichischen Providern
Als weltweite Registry für alle .at-Domains Jahren engagiert sich nic.at aktiv für mehr Sicherheit im Internet. Seit beinahe 30 Jahren betreibt das Unternehmen Stopline, die österreichische Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Wiederbetätigung im Netz. Der aktuelle Jahresbericht 2025 zeigt einerseits einen alarmierenden Anstieg an Meldungen. Andererseits gibt es auch ein starkes positives Signal aus Österreich: Im vergangenen Jahr wurde kein einziger gemeldeter illegaler Inhalt bei einem österreichischen Provider gehostet.
Gemeinsam mit ISPA (Internet Service Providers Austria) präsentierte Stopline bei einer Pressekonferenz am 11. Mai 2026 die aktuellen Zahlen. 2025 gingen insgesamt 75.089 Meldungen ein, was die zweithöchste Anzahl seit Bestehen der Plattform darstellt. 38.264 Meldungen wurden als illegal eingestuft. Damit enthielt erstmals mehr als jede zweite Meldung tatsächlich rechtswidrige Inhalte.
Deutlicher Anstieg illegaler Inhalte
Der überwiegende Teil der gemeldeten Inhalte betraf Darstellungen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Während 2023 noch rund ein Drittel der Meldungen zutreffend war, lag der Anteil 2024 bereits bei etwa 47 Prozent. 2025 stieg dieser Wert nun auf einen neuen Negativrekord von 50,9 Prozent.
„Dass nahezu jede zweite Meldung zutreffend ist, hat unser kleines Team sowohl organisatorisch als auch emotional an seine Grenzen gebracht“, erklärt Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der Stopline.
Österreich setzt positives Zeichen
Erfreulich ist hingegen die Entwicklung im Bereich Hosting: 2025 wurde kein einziger gemeldeter illegaler Inhalt bei einem österreichischen Provider festgestellt. Damit bestätigt sich erneut die Wirksamkeit der engen Zusammenarbeit zwischen Meldestelle, Providern und Behörden.
„Löschen statt Sperren hat sich bewährt. Die enge und gute Zusammenarbeit zwischen Meldestelle, Providern und Behörden sorgt dafür, dass illegale Inhalte rasch entfernt werden und Österreich somit ein unattraktiver Hosting-Standort für derartige Inhalte ist“, betont ISPA-Generalsekretär Stefan Ebenberger.
Internationale Zusammenarbeit bleibt entscheidend
Stopline ist Teil des internationalen INHOPE-Netzwerks und arbeitet mit 57 Partner-Hotlines in 53 Ländern zusammen, um illegale Inhalte weltweit rasch entfernen zu lassen. Das macht sich auch in der Bearbeitungsdauer bemerkbar: In Ländern mit INHOPE-Hotline werden illegale Inhalte durchschnittlich innerhalb von 1,4 Tagen entfernt, in Ländern ohne entsprechende Meldestelle erst nach rund 41 Tagen.
Aufklärung und Vernetzung als wichtiger Beitrag
Neben der operativen Arbeit setzt Stopline seit vielen Jahren verstärkt auf Informationsarbeit, Sensibilisierung und Vernetzung. Durch laufende Aufklärung in sozialen Medien, den Austausch mit Stakeholdern sowie die Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien trägt Stopline wesentlich dazu bei, das Bewusstsein für illegale Inhalte im Internet zu stärken.
Weitere Informationen zum Jahresbericht 2025 finden Sie unter www.stopline.at

