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Oct 04

/ nic.at News - 04.10.2018 08:00
Das nic.at R&D Update – Big Data, DNS, Blockchains

 Alex, was macht das R&D Team der nic.at?

AM: Sehr viel! Aktuell sind wir ein Team von fünf Personen und bearbeiten Themen quer durch das nic.at Produktspektrum. Dabei arbeiten wir am Fundament genauso wie an neuen Innovationen, die später in unsere Produkte einfließen. Das sind z.B. neue Statistiken für unsere RcodeZero Anycast KundInnen, ein erster Prototyp eines RDAP-Servers, aber auch interne Arbeiten wie zum Beispiel einem Tool, das die der .at-Domain Registrierungszahlen für das kommende Jahr prognostiziert. Da kommen spannende Techniken wie Machine Learning zum Einsatz. Wir sind außerdem stark in der Standardisierung von neuen Protokollen rund ums DNS aktiv, zum Beispiel in der Internet Engineering Task Force. Nicht zuletzt erforschen wir gerade derzeit den Konnex zwischen Blockchains und Namensräumen.

Das DNS existiert ja schon seit über 30 Jahren – gibt es da überhaupt noch Neuigkeiten?

AM: Ja, zweifellos, hier gibt es gerade extrem spannende Entwicklungen. Zum Beispiel wird gerade daran gearbeitet, DNS-Abfragen über TLS und auch über HTTPs anstelle von UDP durchzuführen. Das wird massive Auswirkungen auf die Infrastruktur der Betreiber haben. Und wir sehen es als einen wichtigen Teil unserer Aufgabe, solche Entwicklungen der Community vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Dazu haben wir das „DNSheads Vienna“ Meetup ins Leben gerufen, das Betreiber von DNS Diensten vernetzt. Viele dieser Betreiber haben schlichtweg nicht die Zeit, sich alle Neuigkeiten anzusehen – da stellen wir unser Wissen zur Verfügung und bieten gleichzeitig auch die Möglichkeit zum informellen Austausch untereinander und mit nic.at. Der nächste Termin ist am 29. Oktober!

Du hast Blockchains erwähnt – wohin geht hier die Reise?

AM: An den Märkten für Crypto-Currencies macht sich gerade Ernüchterung breit. Dabei wird im Gejammere oft übersehen, dass Blockchains ein Werkzeug für Einsatzbereiche abseits von Bitcoin & Co sind. So wie Datenbanken inzwischen selbstverständlich geworden sind, werden vielleicht einmal Blockchain-basierte Datenstrukturen der Status-Quo sein – vorausgesetzt, die Probleme rund um Ressourcenverbrauch und Datenschutz lassen sich lösen. Spannend für uns ist dabei vor allem, wie sich Namensräume in Blockchains entwickeln – wird hier das DNS eine ebenso große Rolle spielen wie im „normalen“ Internet?

Zu diesem Thema habt ihr ja ebenfalls eine Veranstaltung?

AM: Genau, es gibt ein regelmäßiges und sehr gut besuchtes Treffen zu der Blockchain-Initiative „Hyperledger“.  Der nächste Termin ist der 16. Oktober. Wir freuen uns dieses Event bei uns im Haus zu organisieren. Wir feilen hier noch am Programm, wollen aber den Fokus auf das Thema „Identity Management“ legen. Das ist ein besonders interessanter Bereich, da Identity Management ganz wie das DNS eine zentrale Rolle im Internet einnimmt und für uns einen der sinnvollsten Einsatzmöglichkeiten für Blockchains darstellt!

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Wenn auch Sie aktiv an neuen Entwicklungen rund um das Internet mitarbeiten oder sich einfach nur informieren möchten, laden wir Sie herzlich zu den beiden MeetUps ein:

Hyperledger-Meetup: https://www.meetup.com/Hyperledger-Vienna/events/255191300/

DNSheads Vienna Meetup: https://www.meetup.com/DNSheads-Vienna/events/255160581/