DEU | ENG
Sie befinden sich hier: Home / FAQ / Unerlaubte Handlungen im Internet - Die Rolle der nic.at

FAQ

Printversion

Unerlaubte Handlungen im Internet - Die Rolle der nic.at

alle anzeigen / verstecken


Antwort auf/zuklappenWas wären Beispiele für unerlaubte Handlungen im Internet?

Die Erscheinungsformen sind sehr vielfältig. Beispiele hierfür sind

  • Spam (also das massenhafte Versenden von unerwünschten E-Mails - vgl. http://www.internet4jurists.at/e-mail/e-mail.htm External Link)

  • Phishing (hier werden Webseiten oder E-Mails von Bankinstituten gefälscht, um die Internet-Nutzer zur Bekanntgabe geheimer Zugangsdaten zu bringen  - vgl. Wikipedia Phishing External Link)

  • Betrug (z.B. es wird die online bestellte und bezahlte Ware nicht geliefert)

  • Kreditkartenbetrug (hier werden gefälschte oder gestohlene Kreditkarten-Daten verwendet, um dem Karteninhaber einen finanziellen Schaden zuzufügen – vgl. Wikipedia Kreditkartenbetrug External Link)

  • illegale Pornografie

  • Identitätsdiebstahl (vgl. Wikipedia Identitätsdiebstahl External Link)

  • Äußerungsdelikte wie beispielsweise Verleumdung oder Ehrenbeleidigung.

Diese Beispiele könnten – leider – beinahe endlos weitergeführt werden.

Antwort auf/zuklappenWas ist die Rolle der nic.at?

nic.at ist die Vergabestelle für .at-Domains. Das Vertragsverhältnis zwischen dem Domaininhaber und nic.at bezieht sich ausschließlich auf die .at-Domain. Es beinhaltet keinerlei weitere Dienstleistungen, für die eine Domain beispielsweise technisch verwendet werden kann (also insbesondere auch nicht  E-Mail, URLs, usw.).

nic.at bietet keinen Webspace oder Nameservices an und hat somit keinen Einfluss auf die Inhalte einer Webseite. Weiters ist nic.at nicht für E-Mails oder URLs verantwortlich. Diese Dienste werden üblicherweise vom Provider angeboten, mit dem der Domaininhaber einen zusätzlichen Vertrag eingeht.

Antwort auf/zuklappenWer sind die möglichen relevanten Akteure?

Hier sind vor allem der Inhaber der verwendeten Domain, der Provider, der Registrar und der TechC zu nennen.

Der Domaininhaber ist der alleinige Verfügungsberechtigte an der Domain. Er ist also auch für alle darüber erreichbaren Dienste verantwortlich. Der Domaininhaber ist meist der Betreiber einer bestimmten Webseite, kann aber auch jemand anderem ein Nutzungsrecht einräumen.

Ein Provider bietet diverse Dienste (z.B. Hosting, Webseite, E-Mail-Service usw.) zur Verwendung einer Domain an. Er wird dann nicht benötigt, wenn man selbst die technischen Voraussetzungen (z.B. Nameserver) für diese Dienste erfüllt.

Über den Registrar erfolgt jedenfalls die Verrechnung der Domain bei nic.at. Darüber hinaus bietet der Registrar oftmals auch Providerdienste an. Dies muss aber nicht zwingend der Fall sein.

Der Technische Kontakt (TechC) einer Domain wird nic.at als Verantwortlicher für die technischen Belange (wie z.B. Nameserver, Webseite) einer Domain  bekannt gegeben. Er ist auch im Whois-Auszug der jeweiligen Domain zu finden.

Nicht zu vergessen ist aber, dass oftmals Webseiten Opfer gezielter Angriffe Unberechtigter werden, also von Personen, die in fremde Webseiten eindringen, für ihre Zwecke verändert werden (vgl. genaueres unter http://de.wikipedia.org/wiki/Hacker External Link). In diesen Fällen ist den Domaininhabern meist gar nicht bewusst, dass ihre Webseiten/E-Mails von Dritten missbraucht werden.

Antwort auf/zuklappenWas können Sie als Internet-Nutzer im Zusammenhang mit missbräuchlichen Handlungen tun?

Ganz allgemein gilt, dass man sich im Internet mit „offenen Augen“ bewegen und nicht jedem vertrauen soll – in der „Offline“-Welt tritt man Personen, die man nicht kennt, auch skeptisch gegenüber und vertraut nicht jedem ohne Sicherheiten seine Daten (z.B. den Pin der Bankomatkarte) oder sein Geld an, der einem zusagt, dass er ihm beispielsweise eine Ware liefert.

Sollte man trotzdem einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein, dann kann man jederzeit auf die Möglichkeiten des Rechtsstaates zurückgreifen und dies den Strafverfolgungsbehörden zur Anzeige bringen. Weitere Ausführungen würde den Rahmen dieses Dokuments sprengen, zusammenfassend ist aber zu betonen, dass für solche Handlungen der Betreiber von Webseiten oder der Versender von E-Mails selbst verantwortlich ist, und deshalb auch bei für etwaige Rechtsverletzungen einzustehen hat.

Was außerhalb des Internets gilt, kommt also natürlich auch in der „Internetwelt“ zur Anwendung. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!

Verwiesen werden soll hier beispielhaft auch auf Organisationen, die sich mit der Bewußtseinsschaffung rund um unerlaubte oder illegale Aktivitäten oder Inhalte im Internet beschäftigen: www.internetombudsmann.at External Link, www.saferinternet.at External Link, www.cert.at External Link, www.stopline.at External Link, …

Antwort auf/zuklappenWas kann nic.at im Zusammenhang mit solchen Handlungen im Internet tun?

Nochmals betont werden muss, dass der Vertragsgegenstand der nic.at ausschließlich die .at-Domain ist, aber keine dahinterliegenden Dienste (wie Webseite oder E-Mail). Das bedeutet also, dass beispielsweise keine für Phishing relevanten Dienste oder die für Spam verwendeten E-Mail-Adressen durch nic.at bereitgestellt werden. Außerdem ist herauszustreichen, dass nic.at keine Behörde oder Gericht ist. Diesen ist allgemein vorbehalten, zu entscheiden, ob hier tatsächlich unzulässige (bzw. ev. sogar strafbare) Handlungen vorliegen.

Dieser Tatsache folgend haben Gerichte bereits mehrfach festgestellt, dass Grundvoraussetzung für eine mögliche Verantwortlichkeit der nic.at ausschließlich in den Fällen gegeben sein kann, wenn die Domain für sich selbst schon rechtsverletzend ist und dies auch nur in einem sehr eingeschränkten Umfang. Gerade unter Berücksichtigung, dass nic.at über etwas entscheiden müsste, was rechtlich und tatsächlich nicht in ihren Verantwortungsbereich fällt, wäre ein Einschreiten seitens nic.at vollkommen verfehlt.

Die Rolle der nic.at beschränkt sich deshalb vor allem auf Aufklärung. Weiters können wir im berechtigten Anlassfall weitere Daten zur Domain bekannt geben, soweit sie bei nic.at vorliegen. Außerdem kann nic.at Domains widerrufen, wenn uns (mittels Kopie eines nicht zustellbaren eingeschriebenen Briefs) nachgewiesen wird, dass die in der Whois-Datenbank eingetragenen Inhaberdaten nicht korrekt sind.

Wichtig ist insbesondere, dass nic.at keinesfalls berechtigt ist, die Position der Exekutive oder eines Gerichts einzunehmen.

Antwort auf/zuklappenZusammenfassend: Warum widerruft nic.at nicht einfach die Domain?

Dafür kann es mehrere Gründe geben:

  • Das Vertragsverhältnis zwischen dem Domaininhaber und nic.at bezieht sich ausschließlich auf die Domain. Es beinhaltet keinerlei weiteren technischen Services, die im Rahmen von unerlaubten Handlungen verwendet werden können (z.B. E-Mail, URLs, Inhalt der Webseite usw.).

  • Der Domainname selbst ist nicht rechtsverletzend (z.B. Markenrecht, …).

  • Die unerlaubte Handlung ist ausschließlich durch den Inhalt der Webseite gegeben und steht in keinem Zusammenhang mit der Domain.

  • Oftmals finden sich unerlaubte Inhalte im Internet unter Links mit 5, 6 und sogar 7 Sub-Ebenen, die nicht im vertraglichen Einflussbereich der nic.at liegen (z.B. http://www.ich.bin.eine.betrügerische-webseite.at).

  • nic.at ist kein Gericht, keine Behörde oder ähnliches, die in der Position wäre zu beurteilen, ob eine Webseite für illegale Aktivitäten oder Verletzung von Rechten Dritter verwendet wird. Wichtig ist auch, jede Art der Zensur definitiv auszuschließen.

  • Die Erfahrung zeigt, dass Webseiten oft auch gehacked werden, um Subseiten für illegale Aktivitäten zu verwenden. Dadurch müsste nic.at einen Sachverhalt beurteilen, der nicht seinem Tätigkeitsbereich entspricht.