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nic.at wehrt sich gegen Erpressungsversuch durch Spamhaus.org
Mittwoch, 20. Juni 2007

Präzedenzfall für alle Unternehmen

Seit 12. Juni 2007 sind die nic.at Mailserver auf der viel genutzten Spam-Blacklist von Spamhaus.org gelistet. Das hat zur Folge, dass E-Mails von nic.at mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht korrekt beim Empfänger ankommen und entweder im Spamordner des Empfängers landen, nicht zustellbar sind oder einfach verschwinden.

Das System von Spamhaus funktioniert so, dass IP-Adressen der Absender von Spam- bzw. Phishingmails (nicht angeforderten Massen-E-Mails bzw. Aufforderungen zur Übermittlung von vertraulichen Daten wie TAN, Kreditkartennummern, persönliche Information etc. über eine gefälschte Website) gemeldet und in der Liste notiert werden. Viele Provider, wie z.B. T-Online, AOL, AON bedienen sich dieser Liste und filtern die darin enthaltenen Absender aus. Die betroffenen Mails werden einfach abgewiesen und mit einem kurzen Vermerk wieder an den Absender zurückgeleitet oder kommentarlos gelöscht.

Willkürliche Aufnahme verursacht wirtschaftlichen Schaden
Die Verantwortlichen bei Spamhaus haben nun die IP Adresse der österreichischen Domain Registrierungs- und Verwaltungsstelle nic.at auf die Blacklist gesetzt, nur: nic.at versendet weder Massen-E-Mails noch Phishingmails bzw. Phishing-Websiten. Durch die Aufnahme in die Spamhaus Blacklist entsteht nic.at gewaltiger wirtschaftlicher Schaden, da die vielen Mailserver in Europa auf diese Blacklist zugreifen und unkommentiert E-Mails von den eingetragenen IP-Adressen verhindern. Deshalb wurde Spamhaus.org zu einer Entfernung des Eintrags aus der Spam-Blacklist aufgefordert, kam dieser Forderung allerdings bislang nicht nach. Und das schlimme ist: Die willkürliche Aufnahme von IP-Adressen in die Blacklist kann jedes Unternehmen treffen, in Österreich oder sonst irgendwo auf der Welt.

Vorgeschichte: Schikane als unrechtmäßiges Druckmittel
In E-Mails von Spamhaus wurde nic.at aufgefordert .at-Domains, die unter dem Verdacht stehen für Phishing-Zwecke missbraucht zu werden, zu löschen. Damit soll die Erreichbarkeit dieser Domains verhindert werden. nic.at's Position in Bezug auf Phishing-Domains ist, dass nic.at diese Aktivitäten nicht unterstützt, allerdings durch die spezielle rechtliche Position in der Handlungsfreiheit stark eingeschränkt ist. nic.at hat einen Vertrag mit jedem Domaininhaber, wobei Gegenstand des Vertrags nur die Domain selber ist. Sämtliche weiterführenden Dienste wie URLs ( www.beispiel.at External Link) oder E-Mail-Adressen sind nicht Gegenstand dieses Vertrags. Da in den Phishing-Fällen die Domainnamen selbst keine Rechtsverletzungen darstellen, und nic.at auch nicht in der rechtlichen Position ist, zu beurteilen, ob eine Domain für Phishing-Zwecke missbraucht wird, kann nic.at Forderungen zur Löschung von Domains nicht nachkommen.

Spamhaus verlangt Rechtsbruch
Spamhaus, deren Firmensitz in Großbritannien liegt, forderte nic.at mehrmals zur Löschung von Phishing-Domains auf. Nachdem nic.at diesem Verlangen nicht entsprechen konnte, die gegen nic.at's eigene AGBs und damit gegen gültiges österreichisches Recht verstoßen würden, setzte Spamhaus nic.at kurzerhand auf deren E-Mail-Spam-Blacklist.

Präzedenzfall in Internet-Österreich
Spamhaus.org war leider an keinem Dialog zur Lösung des Problems interessiert. Derzeit prüft nic.at rechtliche Schritte, um ein Einlenken von Seiten Spamhaus zu erwirken. Es handelt sich dabei international nicht um den ersten solchen Fall, jedoch den ersten in der .at-Zone.

nic.at ist die zentrale Registrierungsstelle für die österreichische .at-Domain und als solche für das Funktionieren von Internet-Österreich verantwortlich. Eine Blockierung des Mailverkehrs kann jedem Unternehmen enormen wirtschaftlichen Schaden zufügen. Um die Zustellung von nic.at-Mailverkehr zu sichern empfiehlt nic.at Mailserverbetreibern, keine Listen von Spamhaus.org zu verwenden und stattdessen alternative Listen zu verwenden (z.B. bl.spamcop.net). Zusätzlich sollten Mailserverbetreiber die ISPA-Whitelist ( www.ispa.at External Link) verwenden, die eine Liste legitimer österreichischer E-Mail-Versender darstellt, und verhindert, dass diese unrechtmäßig blockiert werden.

Rückfragehinweis:  
Richard Wein,
nic.at-Geschäftsführer,
Tel.: 0662/4669-14,
gfnic.at Mailto Link



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