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Domain pulse: Internet-Elite bei Expertentagung in Berlin
Donnerstag, 9. Februar 2006

Im Brennpunkt: Europas Perspektiven nach Weltinternetgipfel in Tunis

In Berlin startete heute, am 9. Februar, die Fach- und Expertentagung Domain pulse, die sich – vor allem im deutschsprachigen Raum – längst als eine der bedeutendsten Veranstaltungen für aktuelle Themen, Trends und Tendenzen rund um das Internet etabliert hat. Veranstalter des Domain pulse sind die drei deutschsprachigen Domain-Registrierungsstellen nic.at (Registry für .at), DENIC (Registry für .de) und SWITCH (Registry für .ch und .li). Im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstages standen spannende Diskussionen und Vorträge rund um die Domainverwaltung im Iran, die Einführung neuer Topleveldomains sowie Global Internet Governance und die Frage welche Perspektiven Europa nach dem Weltinternetgipfel in Tunis hat.

Global Internet Governance – Perspektiven nach Tunis
Der UN World Summit on the Information Society (WSIS) vergangenen November im nordafrikanischen Tunis wurde im Vorfeld zum großen Showdown zwischen den bislang (und eigentlich noch immer) allmächtigen USA und anderen Großnationen – vor allem China, Indien, Brasilien – um die Macht im Internet aufgebauscht. Zumindest symbolisch soll das Regiment über das Internet künftig nicht mehr komplett in amerikanischer Hand liegen. Denn die ICANN – bisher zentraler Knotenpunkt des Internet auf dem gesamten Globus und unter massivem Einfluss der US-Regierung – bekommt einen kleinen gremialen Bruder. Das „Internet Governance Forum“ soll künftig Fragen der Steuerung des Internet und der Netz-Politik zwar nicht mitbestimmen, aber zumindest mitdiskutieren.

Eine Diskussion über die Perspektiven Europas nach den Ergebnissen des Weltinternetgipfels in Tunis, durfte am Domain pulse daher nicht fehlen. „Europa muss mehr Selbstbewusstsein zeigen, die Einführung der .eu-Domains ist immerhin ein erstes starkes Zeichen“, so Richard Wein, Geschäftsführer von nic.at, der Registrierungsstelle für .at-Domains. Man darf also gespannt sein, ob es Europa gelingt, seine Rolle im US-dominierten Internetregime künftig zu stärken.

Die neuen Topleveldomains – Was tut sich bei .cat, .travel, .mobi & Co?
Es tut sich einiges im Bereich Domainendungen. Bei der europäischen .eu-Domain startete am 7. Februar die zweite Phase der sogenannten „Sunrise-Period“ – nun können Unternehmensnamen, Geschäftsbezeichnungen, charakteristische Titel geschützter literarischer und künstlerischer Werke, Marken, Handelsnamen und auch Familiennamen als .eu-Domain registriert werden.

Zu den neuesten Topleveldomains zählen auch .jobs, .mobi und .travel. Allein innerhalb der ersten 16 Wochen wurden über 16.000 .travel-Domains registriert. Ebenfalls neu ist die katalanische .cat-Domain, die künftig jeder registrieren kann, der in irgendeiner Weise der „katalanischen Sprachgemeinschaft dient“. Nachahmer der .cat-Domains gibt es natürlich längst. So versucht eine Berliner Initiative .berlin durchzusetzen und eine schottische Initiative setzt sich für .sco ein. Weitere Domains, die zurzeit auf eine Zustimmung von ICANN warten, sind .asia, .post, oder .tel. „Trotz der zahlreichen neuen Alternativen durch immer neue Topleveldomains, wächst auch .at stark weiter“, so nic.at-Geschäftsführer Richard Wein. „.at“ hatte 2005 den bisher stärksten Domainzuwachs in seiner Geschichte.

Den heftigen Diskussionen um die „Rotlicht-Domain“ .xxx hat das amerikanische Handelsministerium als oberste Behörde der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), die neue Topleveldomains vergibt, vor kurzem ein jähes Ende gesetzt: .xxx in die Root einzutragen, wurde kurzerhand untersagt. Doch auch hier ist wohl noch nicht das letzte Wort gesprochen, denn neuesten Meldungen zufolge sieht es so aus, als könnte .xxx vielleicht doch noch realisiert werden.

Zahl der iranischen Domains wächst rasant
Wie steht es in Zeiten, in denen der Iran beinahe täglich Thema der Medien ist, um das Medium Internet und die Domainverwaltung mit dem Länderkürzel .ir? Zu diesen und anderen Fragen nahm Siavash Shahshahani, Leiter der iranischen Registry IRNIC, Stellung. Mit der Liberalisierung der Topleveldomain .ir stieg auch die Anzahl der registrierten Domains rasant an. Ende 2002 lag die Zahl der .ir-Domains bei 3.500, heute – nur drei Jahre später – gibt es bereits mehr als 29.000 .ir-Domains. „Wir haben unsere Policy komplett liberalisiert, dadurch wurde das starke Wachstum der .ir-Domainzahlen erst überhaupt möglich“, so Siavash Shahshahani. Vor kurzem hat IRNIC nun auch die persischen IDNs eingeführt, ein Standard der es erlaubt auch persische Schriftzeichen in Domainnamen zu benützen.

nic.at wird Sie auch am zweiten Veranstaltungstag mit aktuellen Berichten vom Domain pulse in Berlin versorgen Nähere Informationen zum Veranstaltungsprogramm finden Sie unter www.domainpulse.org External Link

Domain pulse – Fach- und Expertentagung rund um das Internet

Zeit: 9. und 10. Februar 2006
Ort:  Radisson SAS Berlin, Karl-Liebknecht-Straße 3, 10178 Berlin



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