Über nic.at
Kukacka: Internet-Standort Österreich wird immer stärker
Donnerstag, 3. Februar 2005
Technologie-Staatssekretär beim Domain pulse: Kein "Internet vom Amt" in Österreich –Breitbandzugang für jeden Österreicher Ziel der Bundesregierung
"Nicht nur große Länder können starke Internet-Standorte sein." Einen positiven Blick auf Zukunft und Gegenwart des Internets in Österreich lieferte heute Technologiestaatssekretär Helmut Kukacka in seinem Referat zur Eröffnung des Domain pulse. Die international besetzte Fach- und Expertentagung diskutiert auf Einladung der österreichischen Registrierungsstelle für alle .at-Domains, nic.at, heute und morgen aktuelle Themen und Trends rund um das Internet. Der Internet-Standort Österreich sei im Aufschwung, sagte Kukacka und verwies auf aktuelle Fakten: Bereits 52 Prozent aller Österreich seien Internet-User, die österreichische Breitbandstrategie fördere die Breitband-Verbreitung massiv, die Zahl der .at-Domains sei mit dem rasanten Anstieg auf mittlerweile rund 400.000 auf Top-Niveau. "Die steile Wachstumskurve zeigt, dass das österreichische Modell der Registrierung funktioniert. Wir geben dem Internet das, was es für die Aufwärtsentwicklung am dringendsten braucht – Freiheit in Entfaltung und Gestaltung."
Der Faktor Breitband ist für Kukacka ein Schwerpunkt, aus wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen: Die Breitbandstrategie, im Technologieministerium entwickelt, habe ein großes Ziel: "Jeder Österreicher soll Zugang zu einem Breitbandanschluss haben – flächendeckende Versorgung ist der Schlüssel für flächendeckende Verbreitung." Der vielzitierte "Digital Divide" müsse vermieden werden. Zudem plane die Bundesregierung gesetzliche Änderungen, die dem Schutz der Unternehmen gegen Spam dienen.
Das Erfolgsprinzip des österreichischen Wegs der Regulierung sei "soviel Freiheit wie möglich, soviel Regeln wie nötig", die österreichische Registrierungsstelle sei kein Amt, sondern als Unternehmen organisiert. Freiwillige Selbstkontrolle, etwa durch einen Domainbeirat, stelle sicher, dass öffentliche Verantwortung immer im Blickfeld bleibe. "Das Prinzip hat sich bewährt, der Staat soll fördern, aber nicht eigene Ämter zur Internetverwaltung errichten", so Kukackas klare Absage an "einen Staat, der sich einbildet, dass er immer alles selbst am besten kann …“ Freiheit mache so auch Innovation möglich: Beim Einsatz von ENUM, der neuen Technologie zur Internet-Telefonie, sei Österreich weltweit führend.
Serentschy: Österreich soll an die Spitze der Informationsgesellschaften
Georg Serentschy, Chef der österreichischen Rundfunk- und Telekom-Regulierungs-GmbH (RTR), hat große Vorgaben: "Österreich soll an die Spitze der Informationsgesellschaften. Das ist politischer Wille, und das wollen wir auch umsetzen." Die Breitbandinitiative der Regierung sei eine der zentralen Infrastrukturinitiativen des Landes, denn: "Was für Unternehmen früher der Autobahnanschluss war, ist heute der Breitbandanschluss." In der Frage der Marktöffnung und Regulierung von Voice over IP will Serentschy "wettbewerbsfreundlich, aber mit Augenmass" vorgehen. So wie Kukacka betonte auch Serentschy die Vorreiterrolle Österreichs beim Einsatz von ENUM.
"Gastgeber" Richard Wein, Geschäftsführer von nic.at, stellte den internationalen Gästen Strukturen und Funktionsweise von nic.at vor und verwies darauf, dass das Endkundengeschäft in der .at-Zone immer stärker von Registraren abgewickelt wird – derzeit bereits zu 77 Prozent – Tendenz stark steigend. Wein gab überdies bekannt, dass das bisher eingehobene einmalige Entgelt bei Neuregistrierung einer Domain für Registrare (Telekomunternehmen, Provider) mit Wirkung vom 1. Februar wegfällt – es handelt sich damit also um eine Senkung der "Großhandelspreise".
Michael Haberler, Vorstandsvorsitzender der Internet Foundation Austria (IPA), sieht die Aufgaben der IPA, einzige Gesellschafterin von nic.at, auch künftig in der Förderung des Internet in Österreich. "Wir wollen unseren Stiftungszweck leben – durch finanzielle Förderung, Ausbildung und das Ermöglichen neuer innovativer Projekte." Haberler sieht auch den Schutz der "kritischen Infrastruktur Internet" als einen ipa-Schwerpunkt.
Der Domain pulse geht heute Nachmittag mit einer Podiumsdiskussion zum Thema internationale Regulierung weiter, zum Abschluss des ersten Tages diskutiert noch eine hochkarätige Business-Runde. Sabine Fleischmann, Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Österreich, Georg Obermeier, Geschäftsführer von T-Systems Austria, und Hewlett Packard-Manager Rudolf Gruber diskutieren über Zukunftsperspektiven des Internet aus wirtschaftlicher Sicht.
Domain pulse – Fach- und Expertentagung rund um das Internet
Zeit: 3. und 4. Februar 2005
Ort: Austria Trend Eventhotel Pyramide, Vösendorf bei Wien
Veranstalter: nic.at – Die Registrierungsstelle für alle .at-Domains
Nähere Informationen sowie das Veranstaltungsprogramm finden Sie unter www.domainpulse.org 
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